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Sinneswandel gGmbH ist die Tochtergesellschaft von der GFGB e.V.

Rückblick

Die Gehörlosenbewegung hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark gewandelt. Die Gehörlosen sind selbstbewusst geworden und treten für ihre Rechte und Forderungen selbstbestimmt ein.

So wurde zum Beispiel die Gebärdensprache als eigenständige Sprache 2002 auch in Deutschland endlich mit dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen anerkannt. Auch im Gehörlosenzentrum, in der Zusammenarbeit mit den Gehörlosenvereinen und -verbänden und in der täglichen Beratungsarbeit ist diese Bewegung zu spüren.

Die Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen in Berlin e.V. begrüßt und unterstützt diesen Wandel sehr. Auch innerhalb der GFGB hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten einiges geändert.

In den 1980er Jahren wurde zum Beispiel deutlich, dass eine Wohnform geschaffen werden muss für gehörlose Menschen mit Mehrfachbehinderung (z.B. Geistige oder Lern-Behinderung). So wurde am 15. 08. 1985 die erste Wohngemeinschaft für vier Gehörlose mit Mehrfachbehinderung in der Lindenstraße l gegründet. In den folgenden Jahren kamen weitere sieben Wohngemeinschaften dazu.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeichnete sich ab, dass eine alternative Wohnform gefunden werden muss für gehörlose Menschen mit geistiger, körperlicher oder mehrfacher Behinderung, die weitestgehend selbständig leben können, aber noch einen pädagogische Betreuung als Unterstützung benötigen. In 2003 wurden damit die ersten Plätze im Betreuten Einzelwohnen geschaffen.

Die betreuten Wohngemeinschaften und das betreute Einzelwohnen waren Bereiche, die stetig wuchsen. Für den ehrenamtlichen Vorstand war der Umfang bald kaum noch zu Überblicken und das Haftungsrisiko (privat haftender Vorstand) zu groß.

Deshalb gründete die GFGB zum 1. Januar 2007 die Sinneswandel gGmbH.

Mit der Gründung der Sinneswandel gGmbH „zogen“ folgende Bereiche von der GFGB in die neue Gesellschaft um:

– Kinder- und Jugendclub

– Betreute Wohngemeinschaften

– Betreutes Einzelwohnen

– Ergänzende Betreuung, Schulhelfer und vorschulische Frühförderung
  an der Ernst-Adolf-Eschke-Schule

Seit dem 1. Mai 2009 führt die Sinneswandel gGmbH außerdem das Projekt „SprungBRETT in Ausbildung und Arbeit für gehörlose und schwerhörige junge Menschen“ durch und entwickelt dieses konzeptionell weiter.

Heute ( Stand : April 2012 ) arbeiten bei der Sinneswandel gGmbH 115 Mitarbeiter (davon 30% gehörlos bzw. hörgeschädigt), die 47 Personen in neun Wohngemeinschaften, 50 Personen im Betreuten Einzelwohnen sowie Kinder und Jugendliche in den anderen drei bereits genannten Bereichen betreuen.